Ernst Jacobi, der 1933 in Berlin geboren wurde und die dortige Max-Reinhard-Schule besuchte, ist einer der wenigen Schauspieler in Deutschland, die über mehr als vier Jahrzehnte hinweg seine Spuren in der deutschen Fernsehgeschichte hinterlassen konnten.
Die Produktionen, in denen er mitwirkte, geben im Rückblick Aufschluss über die Stimmungen und Entwicklungen in Deutschland und die Figuren Jacobis sind oft von einer inneren Zerrissenheit geprägt, sind teilweise undurchschaubar und dann wieder so schockierend eindeutig, dass es einem vor seinem Mitmenschen Angst und Bange werden könnte.
Ob als Tatort-Kommissar Pflüger (Wenn Steine sprechen, 1972) oder als Opfer von Anschlägen (Derrick: Die Stimme, 1988), ob als erfolgloser Student der 50er Jahre, der zwischen Ost- und West-Deutschland aufgerieben wird (Nachruf auf Jürgen Trahnke, 1962) oder alter Kinderschänder (Roula, 1995), ob als junger Pariser, der sich in das bürgerliche Leben einfinden muss (Im sechsten Stock, 1959) oder als Schizophrener, der der Enge der deutschen Psychiatrie zum Opfer fällt (Leben des schizophrenen Dichters Alexander März, 1975), ob als Vertreter der Geistlichkeit in der Parabel Schlachtvieh (1963) oder als Postbeamter, der "nur seine Pflicht tut" (Tote Briefe, 1991), Ernst Jacobi spielt seine Rollen aus, manches Mal bis zur Schmerzgrenze, bis der Zuschauer ihm am liebsten helfen oder den Kopf zurecht rücken möchte.
Einer der zwei Jungen im "Café der 80er Jahre", denen Marty das Videospiel "Wild Gunman" vorführt, wird von Elijah Wood gespielt, der inzwischen z.B. als "Frodo" in "Herr der Ringe" bekannt ist. Die Rolle in ZidZ II war eine seiner ersten! Damals war Elijah 8 Jahre alt! (» Foto)